WALTROPER BÜRGERBADVEREIN 2012

 

 

 

Dirndlspringen als CHARITY-Gaudi

 

GENSINGEN - Weizenbier und Weißwurst, Blaskapelle und Badelatschen – der rheinhessische Skiverband lud gestern zur Gaudi: Dirndlspringen im Gensinger Hallenbad. Die Rheinhessen-Premiere ist Verweis auf eine Sommer-Skiwoche im Binger Wald.

Durch den sonnigen Sonntagshimmel tanzen Schneeflocken. Am Beckenrand spielt die Kapelle einen Fastnachtstusch. Frauen stehen am Drei-Meterturm an. Sie feuern das Publikum zum Mitklatschen an.

 

„Zum Glück hatte ich keine Brille auf, sonst wäre mein Respekt vor der Höhe noch größer gewesen“, sagt Sina Defort nach dem Sprung. Die 34-Jährige wurde von einem Freund zum Sprung in Tracht überredet. Das Kleid hat sie sich von der Nachbarin geliehen. „Es war hoffentlich nicht zu wertvoll für das Chlorwasser.“

Auch für Bettina Reich, 47, aus Pfaffen-Schwabenheim kostete die Höhe die meiste Überwindung. Als Mitglied im Turnverein ihres Ortes sei sie für jeden Spaß zu haben. „Und hier geht es ja um einen guten Zweck.“ Denn die Einnahmen aus Wurst, Weizen und Eintritt investiert der Skiverband in die Schüler der Sprendlinger Elisabethenschule. Um Kindern den Skikurs dort zu sponsern, veranstaltet das Team den Dirndl-Sprung. Die Förderschüler sollen kostenfrei am Skitraining auf der Binger Piste teilnehmen können.

„Das Winterwetter am Sprungtag war Vor- und Nachteil zugleich für uns“, bilanziert Verbandspräsident Frank Heilemann. Denn die erste Schneeschicht des Jahres schaffte zwar perfekt den Brückenschlag zur Rheinhessischen Ski-Begeisterung. Andererseits weckte die weiße Pracht aber mehr Lust auf Draußensein und Spaziergänge.

Rund 80 Menschen fanden dennoch in die Gensinger Schwimmhalle. „Heute haben wir ausnahmsweise ein Spaßbad“, lachen Jury-Mitglieder Armin Brendel, Gensinger Bürgermeister, und VG-Chef Manfred Scherer. Beide unterstützten die kuriose Idee des Verbandspräsidenten, verzichteten auf Tageseinnahmen.

Heilemann hatte im Alpen-Urlaub das Trachtenspringen kennengelernt. Bewusst ist er mit dem Sprungtag mitten in die Fastnachtssaison gerutscht. In Rheinhessen sind Oktoberfeste zudem hoch populär, Dirndl hängen in vielen Schränken.

Dreimeterturm statt Donau-Ambiente, die Musikkapelle aus Neu-Bamberg liefert den Soundteppich, und ein Skiwochenende als Hauptpreis für den besten Sprung winkt. Männer in Lederhosen durften für Wertungen beim Paarsprung ebenfalls aufs Brett.

Insgesamt sieben Paare und zwölf Damen traten gestern an. „Nur ein paar mehr Zuschauer könnten beim nächsten Mal da sein“, schaut Heilemann in die Zukunft. Nach Einmal-Aktion als Charity klingt das nicht.